Kompetenzen der Team-Mitglieder bezüglich Atomkriegsrisiko

Karl Hans Bläsius hatte sich bereits in den 1980er Jahren intensiv mit dem Thema Atomkrieg aus Versehen beschäftigt (siehe Aktivitäten in den 1980er Jahren). Sein Fachgebiet „Wissensbasierte Systeme“ (gehört zum Gebiet KI – Künstliche Intelligenz) hat er in Lehre und Forschung an der Hochschule Trier vertreten. Im Rahmen mehrerer Unternehmens-Gründungen hat er umfangreiche eigene Erfahrungen in der KI-Programmierung erworben. Bei Frühwarnsystemen spielen Informatik und KI eine immer größere Rolle. Karl Hans Bläsius ist Mitautor mehrerer aktueller Veröffentlichungen zum Atomkriegsrisiko (siehe https://atomkrieg-aus-versehen.de/artikel/).

Leo Ensel ist Konfliktforscher und Interkultureller Trainer und setzt sich seit Jahren auf unterschiedlichen Wegen für Entspannung zwischen Ost und West ein. In zahlreichen Veröffentlichungen mahnt er eine „Breite Koalition der Vernunft“ für Deeskalation im Neuen Ost-West-Konflikt an. Solche Vertrauensbildende Maßnahmen sind auch in Zusammenhang mit Fehlalarmen in Frühwarnsystemen wichtig, da die Bewertung einer Alarmmeldung entscheidend vom gegenseitigen Vertrauen abhängen kann. Leo Ensel kannte auch Stanislaw Petrow persönlich und hat ihn in seinem Haus nahe Moskau besucht. Stanislaw Petrow hatte 1983 mit seiner umsichtigen Reaktion auf eine Raketenangriffsmeldung möglicherweise einen Atomkrieg verhindert (siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaw_Jewgrafowitsch_Petrow ). Leo Ensel hat auch zwei Mal Michael Gorbatschow getroffen (zuletzt im August 2019) und mit ihm über Atomkriegsrisiken gesprochen.

Götz Neuneck ist Physiker und Senior Research Fellow am IFSH und Professor an der MIN-Fakultät der Universität Hamburg. Er ist Experte für Rüstungskontrolle, Abrüstung, neue Technologien, Nuklearwaffen, Verifikation, Science Diplomacy, Raketenabwehr und Weltraumrüstung. Götz Neuneck verfügt über Erfahrungen in Regierungsdelegationen, Anhörungen, Gutachten für den Bundestag und im UN-Kontext. Aktuell koordiniert er die trilaterale Deep Cuts-Kommission zur Zukunft der nuklearen Rüstungskontrolle; er ist deutscher Vertreter der AG 4 der „International Partnership for Nuclear Disarmament Verification“ und leitet Projekte zu neuen Technologien und zur Zukunft der Kriegsführung unter besonderer Berücksichtigung von KI, Autonomie und Vernetzung.

Markus Patenge ist Theologe und gehört zu den Autoren des Positionspapiers der Deutschen Kommission Justitia et Pax „Die Ächtung der Atomwaffen als Beginn nuklearer Abrüstung“. In diesem Positionspapier wird mit fundierten Argumenten begründet, warum die Abschreckungstheorie uns auf Dauer nicht vor dem Einsatz von Atomwaffen schützen kann. Markus Patenge vertritt dieses Positionspapier als Sprecher nach außen, auch z.B. in Diskussionen mit militärischen Vertretern der NATO. Des Weiteren ist er Referent für den Bereich Frieden.

Jürgen Scheffran ist Physiker und Professor für integrative Geographie an der Universität Hamburg und leitet die Forschungsgruppe Klimawandel und Sicherheit (CLISEC) am Centrum für Erdsystemforschung und Nachhaltigkeit und im Klima-Exzellenzcluster “Climate, Climatic Change and Society” (CLICCS). Er arbeitete in interdisziplinären Forschungsgruppen der Umweltwissenschaft und der Friedens- und Konfliktforschung an der Universität Marburg, der Technischen Universität Darmstadt, der Universität von Paris (Pantheon Sorbonne) und am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung sowie an der University of Illinois in den USA. Er hat für die Vereinten Nationen, das Büro für Technikfolgenabschätzung des Deutschen Bundestages, für das Deutsche Komitee für Nachhaltigkeitsforschung (DKN) und die Fachkommission Fluchtursachen der Deutschen Bundesregierung gearbeitet.

Uwe Werner Schierhorn untersucht und listet als Maschinenbauingenieur kritische Situationen mit Atomwaffen, also Fehlalarme, Unfälle und Beinahe-Katastrophen. In der Gesellschaft für Sicherheitspolitik, der Atlantischen Akademie Rheinland-Pfalz, der Deutschen Gesellschaft für Wehrtechnik sowie im kritischen Soldatenforum „Darmstädter Signal“ versucht der Leutnant der Reserve mit militärischen und politischen Entscheidungsträgern ins Gespräch zu kommen. Als Friedensreferent der Evangelischen Kirche bringt er Jugendliche mit der Bundeswehr und der Friedensbewegung zusammen. Der Bürgerradio-Redakteur setzt bei zwei lokalen Radiosendern Schwerpunkte in der Friedens- und Sicherheitspolitik.

Jörg Siekmann hatte sich bereits in den 1980er Jahren intensiv mit dem Thema Atomkrieg aus Versehen beschäftigt (siehe Aktivitäten in den 1980er Jahren). Er gehört zu den Pionieren für den Aufbau der KI in Deutschland und wurde 2019 von der „Gesellschaft für Informatik“ als einer der 10 prägendsten Köpfe Deutschlands in der KI-Forschung ausgezeichnet. Er ist Mitgründer des DFKI (Deutsches Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz). Aufgrund seiner umfangreichen wissenschaftlichen Tätigkeit im Bereich der KI kann er Grenzen und mögliche Probleme bei KI-Anwendungen in Frühwarnsystemen sehr gut einschätzen. Jörg Siekmann ist Mitautor mehrerer aktueller Veröffentlichungen zum Atomkriegsrisiko (siehe https://atomkrieg-aus-versehen.de/artikel/).

Michael Staack ist Politikwissenschaftler und Professor für Internationale Beziehungen; seit dem Jahr 2006 an der Helmut-Schmidt-Universität, der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Er hat Gastprofessuren und Forschungsaufenthalte u.a. in den USA, Russland und der Volksrepublik China absolviert. Sein inhaltlicher Schwerpunkt liegt auf der Analyse friedensgeleiteter Außenpolitik. Der Friedens- und Konfliktforscher beschäftigt sich seit vier Jahrzehnten mit Fragen der Abrüstung und Rüstungskontrolle, Vertrauens- und Sicherheitsbildenden Maßnahmen und kooperativer Sicherheit in Europa. Er arbeitet heute in der Studiengruppe Europäische Sicherheit und Frieden der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler mit und berät die Regierung Südkoreas in Bezug auf den Konflikt auf der koreanischen Halbinsel. Michael Staack ist davon überzeugt, dass das verlorengegangene gesellschaftliche Wissen über die Gefahren eines Atomkrieges angesichts der sich zuspitzenden „Großmächtekonkurrenz“ dringend neu geschaffen werden muss.

Bernhard Taureck ist Philosoph und setzt sich auch intensiv mit Konflikt- und Kriegssituationen auseinander, wobei er historische Dimensionen mit einbezieht. In seinem aktuellen Buch „Drei Wurzeln des Krieges“ befasst er sich aus philosophischer Sicht mit den wesentlichen Merkmalen von Krieg. In einer kriegskritischen Sicht geht er dabei auch auf aktuelle Bedrohungssituationen von Terror und Atomwaffeneinsatz sowie verbleibende Konfliktvermeidungsmöglichkeiten ein. Er befürchtet, dass Krieg sich derzeit als wiederauflebende gefährliche Illusion der Menschen erweist.

Ingo J. Timm ist (Wirtschafts-) Informatiker mit Schwerpunkt Künstliche Intelligenz. Er forscht an KI-Systemen in denen der Mensch im Mittelpunkt steht und die Produktion & Prozesse dem Takt des Menschen folgen. Aufgrund seiner umfangreichen wissenschaftlichen Tätigkeit im Bereich der KI aber auch seiner verantwortlichen Tätigkeiten in Fachgremien kann er Grenzen und mögliche Probleme bei KI-Anwendungen in Frühwarnsystemen sehr gut einschätzen. Er ist Mitautor von aktuellen Veröffentlichungen zum Atomkriegsrisiko. Ingo J. Timm ist Co-Sprecher des Fachbereichs Künstliche Intelligenz der Gesellschaft für Informatik e.V., Mitglied des Zukunftsforums Öffentliche Sicherheit e.V., eine Initiative von Abgeordneten für Abgeordnete des Deutschen Bundestages, und Mitglied der Ethikkommission des Senats der Universität Trier.